Aktuelle Werbespots zum Lachen – von IKEA bis Hostelworld

Werbespot zum Lachen

Werbung ist der Schlüssel zum Erfolg. Dass kommerzielle Clips erfolgreich sind, zeigt die Bereitschaft, diese zur besten und teuersten Sendezeit im Fernsehen auszustrahlen. Um unter den vielen Werbespots aufzufallen und das eigene Angebot bekannter zu machen, gehen Unternehmen immer wieder kuriose Wege. Der Grat ist schmal. Denn teilweise überdecken unerwartete Szenen die eigentliche Werbebotschaft. Firmen, die aber mit Witz und Überraschungen arbeiten, haben die Nase vorn. Die Clips verbreiten sich teilweise über Video- und Social-Media-Portale sogar viral und erzeugen so zusätzliche Reichweite. Einige der vielen guten Werbespots, die aktuell auf diese Weise erfolgreich sind, sind die folgenden.

IKEA-Werbeclip: Wenn Fatboy Slim im Regal steht

Bei dieser Werbung ist der Star gar nicht anwesend. Aber eine junge Dame zieht eine Plattenhülle aus dem Regal, setzt Kopfhörer auf und singt „Funk Soul Brother“ von Fatboy Slim. Das klingt ohne Musik und von ihr natürlich nur halb so gut. Vor allem steht sie mitten in einem Wohnzimmer und fällt damit den anderen Hausbewohnern auf. Die wiederum sind sprachlos. Als sie die Vinyl-Hülle zurückstellen will, bekommt sie noch eine Ansage: „F! Wie Fatboy Slim“. Sie stellt es unter „F wie Freak“.

Genau darum geht es bei der IKEA-Werbung: Ordnung halten mit einfachen Mitteln. Ob im Wohnzimmer oder in anderen Räumen. Für alle Gegenstände finden sich passende Regale. Die schwedische Einrichtungskette schafft es, mit viel Witz und Situationskomik die eigene Marke ins rechte Licht zu setzen und dabei angenehm zurückhaltend für sich zu werben.

XTIP-Werbeclip: Lukas Podolski und der parkende Elefant

Zwei junge Männer sitzen in einem Cafe. Einer zückt sein Smartphone und gibt eine Sportwette ab. So beginnt der Werbeclip des Sportwettenanbieters XTIP. Der andere meint nur vom schlechten Tipp entsetzt, dass es wahrscheinlicher wäre, dass Lukas Podolski hier auf einem Elefanten ankomme und rückwärts einparke. Soweit ist der Clip normal und maximal zum Schmunzeln. Doch im gleichen Moment schwenkt das Bild auf den ehemaligen Fußball-Nationalspieler. Dieser reitet tatsächlich auf einem Elefanten, hält direkt vor dem Cafe und …. Er „parkt“ rückwärts ein. Damit nicht genug. Lukas Podolski kommt zu den beiden Männern. Cool fragt er die beiden, ob er für den Elefanten einen Parkschein benötige.

Spätestens jetzt wird der Clip zum Lacher. So etwas bleibt einfach hängen. Und XTIP erreicht eine große Werbewirkung. Das ist in einem schwierigen Umfeld wichtig, in dem sich auch schwarze Schafe tummeln. Wie seriös dieses Unternehmen arbeitet, lässt sich unter anderem hier herausfinden.

Hostelworld-Werbeclip: Mariah Carey kommt ins Haus

Was für ein Ärger für den Tourtross der Sangesdiva Mariah Carey! Die feine Dame wurde in ein Hostel gebucht. Die Verantwortlichen verlieren die Gesichtszüge, Mariah fragt nur trocken: „Hostel?“ Das Team des Hostels jedoch legt sich ordentlich ins Zeug. Am Ende steht der Weltstar sogar auf der kleinen Bühne der Absteige. Der recht lange Werbeclip erzählt regelrecht eine Geschichte, die zum Schmunzeln auffordert.

Mit Selbstironie und Witz fängt die Werbung von Hostelworld die Zuschauer. Hier wird deutlich, dass ein Hostel kein Hotel ist. Dennoch bekommen die Gäste genau das, was sie wünschen. Am Ende steht Zufriedenheit. Dass sich Mariah Carey zu diesem Spot hat hinreißen lassen, spricht für die Übernachtungskette. Fans der Sängerin werden die Werbung lieben.

Hornbach-Werbeclip: Reise ins Innere der Schweißdrüsen

Hornbach fällt seit einigen Jahren immer wieder mit spannenden Werbeclips auf. Bei diesem Spot ist anfangs überhaupt nicht klar, worum es geht. Schrill, sonderbar und martialisch-fernöstlich wirken die fast schon nervenden Bilder. Irgendwann ist dem Zuschauer klar: Der Spot zeigt im übertragenen Sinn das Innere einer Schweißdrüse. Am Ende leiten die chinesischen Figuren Flüssigkeit nach draußen. Der Spot schwenkt um auf das Gesicht des selbstzufriedenen Heimwerkers, der den letzten Stein seiner neuen Gartentreppe setzt.

Hornbach weckt mit diesen ungewohnt „lauten“ Bildern Interesse. Die Zuschauer bleiben am Bildschirm regelrecht hängen. Sie möchten wissen, worum es geht. Ein Steampunk-Trailer? Eine Kurzgeschichte über chinesische Kriminelle? Die Spannung bleibt bis zum Schluss groß. Endlich ertönt der typische Hornbach-Jingle und löst das Rätsel. Andersartig und gezielt appelliert die Baumarktkette an den „echten Kerl“ im Mann – Selbstverwirklichung durch Schweißtropfen.

S.Oliver-Werbeclip: Joko Winterscheidt und die Standardwerbung

Joko Winterscheidt ist neben Klaas Heufer-Umlauf einer der neuen Superstars auf Pro7. Für S.Oliver hat er sich zu einer wirklich schrägen Werbeaktion bereit erklärt. Er gibt anfangs per Anrufbeantworter seine Bereitschaft bekannt, will aber nur einen Standard-Werbespot senden, den der Werbepartner mit seiner Botschaft überdecken kann. So kommt es zu einem völlig unpassenden Clip, der den Showmaster und Entertainer bildlich nach Hause kommen lässt, während er von Sicherheit in einer unsicheren Welt spricht. An passenden Stellen blendet S.Oliver dann jedoch immer wieder das beworbene Poloshirt auf seinen Oberkörper ein. So wird der Clip vom Langweiler zum absichtlich konfusen Spot, der die heimeligen Szenen immer wieder bricht und die Zuschauer bei der Stange hält. Die Einblendungen der Modemarke sind dabei so kurz, dass sie sich fast schon unbemerkt in das Unterbewusstsein drängen. Was vordergründig ein Werbespot zum Lachen ist, ist hintergründig erstklassige Werbepsychologie aus dem Lehrbuch. So wird S.Oliver bei den Fernsehzuschauern nicht nur als Hersteller von tollen Poloshirts in Erinnerung bleiben, sondern den Wunsch nach einem neuen tollen Textil steigern.

Werbeclips: lustig, anders, unvergesslich

Diese Werbespots zeigen allesamt, dass es abseits der eingetretenen Pfade der Werbeindustrie frische Formate gibt. Diese Werbeclips bleiben hängen. Sie sind lustig, anders, zeigen unerwartete Szenen. So werden sie unvergesslich und erfüllen den Zweck: Das Produkt bzw. die Marke den Zuschauern nahe zu bringen. Unabhängig davon, ob die Spots via Kino, Satellit, Kabel, Antenne, Streaming oder über Social-Media-Portale und YouTube den Weg zum Konsumenten finden.