Lineares Fernsehen

„Ich schau kein Fernsehen mehr.“ Ein Satz, den man heute oft hört. Gemeint ist damit fast immer das lineare Fernsehen – also das klassische TV-Programm mit festen Sendezeiten. Doch obwohl Streamingdienste unseren Medienalltag dominieren, ist der lineare Fernsehempfang auch 2026 noch längst nicht verschwunden, denn Totgesagte leben länger. Was steckt eigentlich dahinter – und warum hält es sich so hartnäckig?

Was bedeutet lineares Fernsehen?

Lineares Fernsehen heißt: Ein Sender strahlt sein Programm zu einer festen Zeit aus – und alle Zuschauer sehen dasselbe zur selben Zeit. Die Tagesschau um 20 Uhr, der Krimi am Sonntagabend, die Live-Übertragung eines Fußballspiels: Wer einschaltet, muss sich dem Zeitplan des Senders anpassen.
Das Gegenmodell kennen wir inzwischen alle sehr gut – aber dazu gleich mehr.

Wie lange gibt es noch lineares Fernsehen?

Wer schaut lineares Fernsehen?Kurz gesagt: Noch eine ganze Weile, aber nicht für immer in der heutigen Form. Die Nutzung sinkt seit Jahren, vor allem bei jüngeren Zielgruppen. Dennoch rechnen Medienforscher damit, dass lineares Fernsehen bis mindestens in die 2030er-Jahre eine relevante Rolle spielt.

Es verändert sich allerdings:

  • weniger Zuschauer,
  • kürzere Einschaltzeiten,
  • stärkerer Fokus auf Live-Inhalte.

Lineares Fernsehen stirbt also nicht plötzlich – es schrumpft und spezialisiert sich.

Was ist das Gegenteil von linearem Fernsehen?

Das Gegenteil nennt sich non-lineares Fernsehen oder On-Demand-Nutzung. Hier entscheidest du, was du wann sehen willst. Serien werden am Stück geschaut, Filme pausiert, Inhalte später fortgesetzt.

Typische Merkmale:

  • keine festen Sendezeiten
  • individuelle Programmgestaltung
  • Nutzung über Apps, Smart-TVs, Smartphones oder Tablets

Kurz: maximale Freiheit für den Zuschauer – minimale Kontrolle durch den Sender.

Warum gibt es lineares Fernsehen überhaupt noch?

Weil es Dinge kann, die Streaming nur schwer ersetzt:

  1. Live-Momente
    Nachrichten, Sport, Wahlen oder große Shows funktionieren am besten live. Das Gefühl, „jetzt gerade“ dabei zu sein, ist ein echter Mehrwert.
  2. Orientierung & Bequemlichkeit
    Einschalten, zurücklehnen, schauen. Kein Scrollen, kein Entscheiden, kein Algorithmus. Für viele ist das entspannender als die endlose Auswahl bei Streamingdiensten.
  3. Gemeinschaftserlebnis
    Wenn „alle“ dasselbe sehen, entsteht Gesprächsstoff – im Büro, in der Familie oder online.
  4. Kostenloser Zugang
    Öffentlich-rechtliche Sender sind ohne Abo verfügbar, private zumindest ohne zusätzliche Streaminggebühr.

Wie kann ich lineares Fernsehen schauen?

Die Wege sind heute vielfältiger als früher:

TV-Apps auf Smart-TVs

Interessant: Viele schauen lineares Fernsehen inzwischen über das Internet, ohne klassischen Kabelanschluss.

Wer schaut noch lineares Fernsehen?

Vor allem:

  • Menschen ab etwa 50 Jahren
  • Nachrichten- und Politikinteressierte
  • Sportfans
  • Zuschauer, die feste Routinen mögen

Jüngere Zielgruppen nutzen lineares Fernsehen deutlich seltener – aber nicht gar nicht. Große Sportereignisse oder Shows ziehen auch sie noch vor den Bildschirm.

Fazit
Lineares Fernsehen ist nicht modern, nicht individuell und nicht flexibel – aber verlässlich, gemeinschaftlich und live. Genau deshalb existiert es noch. Es wird nicht verschwinden, sondern sich weiter auf das konzentrieren, was es am besten kann: Ereignisse, die man gemeinsam und im Moment erleben will.
Oder anders gesagt: Netflix entscheidet, was du mögen könntest. Lineares Fernsehen sagt dir einfach: Jetzt läuft das – schau doch mal rein.