Fernsehen mit DVB-TNeben Satelliten-TV, Kabelfernsehen und IPTV (Internetfernsehen) gehört die terrestrische Übertragung zu den typischen Möglichkeiten des Fernsehempfangs. Als zur Jahrtausendwende das alte Antennenfernsehen abgeschaltet wurde, nahm zunächst die digitale Übertragung unter der Bezeichnung DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) dessen Platz ein. Bekannt ist diese Empfangsart als Überallfernsehen. Der Nachteil von DVB-T ist die enorme Datenmenge, die gesendet werden muss. Daher ist es damit nur möglich gewesen, eine beschränkte Anzahl von Sendern einzuspeisen. Diese konnten zudem nur in Ausnahmen in der qualitativ hochwertigen HD-Technik gesendet werden. Dadurch litten die Bildqualität und der Sound. Das hat sich in vielen Bereichen Deutschlands im Frühjahr 2017 geändert, da haben die Sender ihre Signale auf DVB-T2 umgeschaltet.

Was ist DVB-T2?

DVB-T2 ist technisch der Nachfolger von DVB-T und im Prinzip ganz einfach mit dem bisherigen „Überallfernsehen“ vergleichbar. Allerdings handelt es sich um eine deutliche Weiterentwicklung. Anders als beim Vorgänger kommt HEVC zum Einsatz. Die Abkürzung steht für High Effency Video Coding und erlaubt eine deutlich bessere Übertragungsqualität mit bis 8.192 x 4.320 Bildpunkten (HD-Qualität). Durch die Kompression der Daten können grundsätzlich mehr Sender übertragen werden, wahrscheinlich werden es im Regelbetrieb ca. 40 sein. Zum anderen ist die Ausstrahlung in HD möglich.
Für den Nutzer sind folgende Dinge von Bedeutung.

  • Über DVB-T2 wird es auch zukünftig möglich sein, Fernsehen mobil zu empfangen.
  • DVB-T2 wird grundsätzlich den Empfang von Sendern in HD-Qualität ermöglichen.
  • Es sind in der Regel Zusatzgeräte oder moderne Fernseher für den Empfang erforderlich.

Wo wird DVB-T2 zu empfangen sein?

DVB-T war ab Juni 2016 in Ballungsgebieten für ein Jahr in der Testphase. Seit dem Frühjahr ist in vielen Bereich, wo vorher DVB-T zu empfangen war, eine Umstellung auf das neue Format erfolgt. Bis 2020 soll DVB-T2 flächendeckend zu empfangen sein. Das bedeutet zugleich, dass der alte Standard DVB-T abgeschaltet wird.
Damit ersetzt die neue Technik das alte Überallfernsehen. Eins bleibt aber: Zuschauer können mit geeigneten Empfangsgeräten ihre Lieblingsprogramme an prinzipiell jedem Ort in Deutschland sehen. Das gilt auch im Garten oder unterwegs.
Achtung: Bei Live-Übertragungen kommt es durch die erforderliche Decodierung zu einer Empfangsverzögerung. Das kann zum Beispiel bei Fußballübertragungen zu einer verspäteten Ausstrahlung führen. Während der Nachbar schon laut jubelt, ist der Ball bei DVB-T2 noch nicht im Tor.
Tipp: Störungen des Empfangs (nicht bei fehlerhafter Technik oder Konfiguration) können der Bundesnetzagentur unter der Rufnummer 04821 895555 rund um die Uhr gemeldet werden.

DVB-T2-Empfangstechnik: Ist ein neuer Fernseher erforderlich?

Einen Haken hat die neue Technik jedoch. Die alten Geräte reichen nicht aus, um DVB-T2 zu empfangen. Speziell die uralten Röhrenfernseher sind technisch nicht in der Lage, den neuen Standard zu zeigen. Auch nicht mit einer Nachrüstung.

Empfang mit Flachbildfernsehern

DVB-T2-HDAnders sieht es bei neuen Flachbildfernsehern aus. Hier sind zwei Varianten zu unterscheiden. Der typische Fall ist, dass eine Set-Top-Box erforderlich ist. Diese entschlüsselt das codierte Übertragungssignal und ermöglicht es dem eigentlichen Endgerät so, die Programme auszustrahlen. Die Lösung mit der Set-Top-Box gilt grundsätzlich für alle Flachbildschirme als Lösung, die kein grünes DVB-T2-HD-Logo aufweisen. Hat ein Fernsehgerät oder ein Bildschirm ein solches Logo, kann es ohne Zusatzgeräte DVB-T2 empfangen. Wichtig: Es gibt Geräte, die sind DVB-T2-tauglich, diese Kennzeichnung bedeutet jedoch nicht, dass keine Set-Top-Box erforderlich ist. Nur das grüne DVB-T2-HD-Logo ist ein verlässlicher Hinweis, dass man ohne Set-Top-Box auskommt. Ggf. müssen technische Beschreibungen der Hersteller für Klarheit sorgen.

Wichtig: Bisherige Set-Top-Boxen sind nicht kompatibel. Die neuen DVB-T2-Set-Top-Boxen sind jedoch abwärtskompatibel und können auch für DVB-T genutzt werden.

DVB-T2: Welche Antenne?

Auch wenn ein Fernseher DVB-T2 senden kann, ist in den meisten Fällen eine Antenne erforderlich. Ausnahme ist ein integriertes Empfangsteil. Anders als die Fernseher sind alte DVB-T-Antennen auf jeden Fall auch zum Empfang von DVB-T2-Programmen geeignet. Das heißt: Es sind keine neuen Antennen erforderlich.

Alternative DVB-T2-Stick

Soll das Fernsehprogramm auf dem PC oder einem Tablet laufen, ist ein DVB-T2-Stick eine Alternative zum Streaming von IPTV. Der Stick funktioniert ähnlich wie ein WLAN-Stick, allerdings ist häufig eine kleine Zusatzantenne zur Empfangsoptimierung sinnvoll bzw. erforderlich. Mehr Infos im DVB T Stick Test.

Welche Sender wird es per DVB-T2 geben?

Die öffentlich-rechtlichen Sender werden ihre großen Programme über DVB-T2 senden. Dazu gehören ARD, Tagesschau24, Phönix, Kika, ZDF, ZDF Info, ZDP Neo sowie die dritten Programme, die sich regional unterscheiden können, und weitere Spartensender. Weitere Sender werden ebenfalls DVB-T2 nutzen. Die Senderzusammenstellung kann sich in den verschiedenen Regionen unterscheiden. Sowohl RTL als auch Pro7/SAT1 haben angekündigt, dass sie ihre Programme nach einer Startphase verschlüsselt senden wollen. Betroffen sind unter anderem RTL, RTL II, SuperRTL, n-tv, Sat1, Pro7 und weitere Kanäle.

Diese und weitere privaten Sender werden im Paket als freenet TV in Form von Pay TV angeboten. Um die Sender zu entschlüsseln, müssen Zuschauer im Jahr eine Gebühr von 69 Euro bezahlen. Außerdem ist eine bestimmte Technik erforderlich. Dazu stehen drei Wege offen:

  • Der Receiver von freenet TV: Wenn der Fernseher nicht DVB-T2-tauglich ist und keinen CI-Slot hat, können Zuschauer von freenet einen Receiver erwerben. Dieser ist für einen günstigen Preis zu haben und entschlüsselt die privaten Sender. Zugleich sind so die öffentlich-rechtlichen Sender empfangbar.
  • Die CI-Karte von freenet TV: Verfügt der Fernseher über einen DVB-T2-Tuner oder hat der Zuschauer einen eigenen DVB-T2-Receiver zwischengeschaltet, kann er eine CI-Karte von freenet TV nutzen. Dazu ist ein entsprechender Anschluss am Gerät erforderlich. Die Karte kostet im Handel ca. 80 Euro und enthält bereits ein Guthaben über drei Monate.
  • DVB-T2-Stick von freenet TV: 2017 ist ein DVB-T2-Stick in den Handel gekommen, der die privaten Programme entschlüsselt. Damit lassen sich dann die ausgestrahlten privaten und öffentlich-rechtlichen Sender an einem beliebigen Endgerät mit USB-Anschluss verfolgen.
    Ausführliche Informationen zu den Möglichkeiten, die privaten Sender weiterhin genießen zu können, sind bei freenet TV erhältlich. Dort können Interessierte nicht nur die erforderliche Hardware kaufen, sondern sich auch als Zuschauer registrieren und das erforderliche Abo für die Privatsender abschließen.
  • Zur Webseite von Freenet TV