Mediatheken FernsehsenderSie sind genial und innovativ – und quer durch alle Sender dennoch ein absolutes Ärgernis: Mediatheken. Der Begriff beschreibt ein Archiv der Fernsehsender, auf den Zuschauer zugreifen können. Auf diese Weise können diese verpasste Sendungen sehen, Serien am Stück schauen oder die aktuellen Nachrichten live verfolgen. Leider begrenzen alle Sender ihre Inhalte und teilweise fehlen nicht nur einzelne Sendungen, sondern einige sind auch kostenpflichtig.

Wie können Zuschauer auf Mediatheken zugreifen?

Die Mediatheken sind ein Online-Angebot. Das heißt, Nutzer können per Webbrowser auf die Angebote zugreifen. Zusätzlich gibt es sowohl von den Sendern selbst als auch von Dritten verschiedene Apps, mit denen Smartphone- sowie Tablet-Nutzer die Mediatheken komfortable ansteuern können. Auch ein Smart TV beinhaltet Funktionen zum Abruf der Mediatheken. Über DVB-T können Zuschauer die Mediatheken teilweise über freenet TV connect nutzen.

Grundsätzlich lassen sich die Filme auch mit entsprechenden Vorrichtungen (Apple TV, Amazon Fire, Google Chromecast usw.) vom Computer auf jeden Fernseher mit entsprechendem Anschluss streamen. Der Empfang über das Internet setzt jedoch eine entsprechende Bandbreite voraus und belastet das (in Mobilfunkverträgen vorhandene) Datenvolumen.

Welche Vorteile bieten Mediatheken?

Mediatheken sind ideal, um verpasste Sendungen zu schauen oder mehrere Folgen einer Serie am Stück zu konsumieren. Der Reiz der Mediathek liegt in Verfügbarkeit auf Abruf. Der Zuschauer ist nicht an die Original-Ausstrahlung gebunden, sondern kann nach Belieben „seine“ Sendung schauen. Zusätzlich bieten Mediatheken je nach Sender Steuerungsmöglichkeiten:

  • Pause,
  • Vor- und Zurückspringen,
  • verschiedene Bildformate,
  • Lautstärke/Ton,
  • teilweise Untertitel
  • und viele andere Funktionen sind in der Steuerung des Angebots integriert.

Welche Nachteile haben Mediatheken?

Mediatheken sind im Idealfall Fernsehen auf Abruf. Das ist jedoch nur in der Theorie der Fall. Denn es gibt teilweise erhebliche Einschränkungen. So bieten die öffentlich-rechtlichen Sender – teilweise wegen gesetzlicher Vorgaben – nur einen zeitlich begrenzten Zugriff auf das Angebot. Das heißt: Sendungen lassen sich teilweise nach einer Woche oder einem Monat nicht mehr abrufen. Speziell Lizenzeinkäufe wie Filme und Sportevents sind überwiegend gar nicht verfügbar oder auf das Inland beschränkt. Greifen Jugendschutzbestimmungen, ist sogar eine Ausstrahlung bzw. der Abruf erst aber einer gewissen Uhrzeit möglich.
Ähnliche Einschränkungen gibt es auch bei Privatsendern. Hier kommen weitere Ärgernisse hinzu: Vor der Sendung kommen Werbeclips, viele Sendungen fehlen ganz. Speziell Kinofilme finden selten den Weg in die Mediatheken. Einige Sendungen sind nicht in voller Länge zu sehen, sondern es gibt nur einzelne Clips, die aneinanderzureihen sind, oder er werden nur Highlights gezeigt. Besonders ärgerlich: Für einige Sendungen müssen die Zuschauer sogar ein Abo abschließen oder pro Filmstart eine geringe Gebühr zahlen.

Mediatheken: unstrukturiertes Angebotschaos

Alle Mediatheken haben ein weiteres Problem: Sie sind in fast allen Fällen unübersichtlich gestaltet. Denn es wäre einfach, Sendungen übersichtlich nach Ausstrahlungstermin, Titel usw. zu strukturieren und aufzubereiten. Leider verpassen die meisten Sender diese Chance und bieten dem Nutzer eine vereinzelt sogar chaotisch anmutende Auflistung von Sendungen. Selbst wenn alphabetische Auflistungen vorhanden sind, weisen diese teilweise Lücken auf, sodass gesuchte Titel unauffindbar bleiben. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Mediatheken nicht nur schlecht strukturiert, sondern auch auf den Webseiten der Sender schlecht verlinkt sind.

Hier gibt es für alle Sender erheblichen Nachbesserungsbedarf. Daher ist es kein Wunder, dass Drittanbieter wie verschiedene Fernsehmagazine und Spezialseiten die Mediatheken in einer eigenen Auflistung zusammenfassen und deutlich komfortabler aufbereiten. Für gezielt suchende Zuschauer führen diese Lösungen in der Regel schneller zum gewünschten Angebot.

Mediatheken verändern das Fernsehen

Dennoch sind Mediatheken im modernen Fernsehen ein echter Zugewinn. Gelingt es den Sendern, diesen „Archiv-Service“ aus der stiefmütterlichen Behandlung zu befreien, könnte daraus ein zukunftsweisendes Angebot entstehen, das Fernsehen on Demand bedeutet und das Live-Fernsehen mehr und mehr ergänzen und vielleicht sogar ersetzen kann.